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Sommerlektüre: Blackout


Endlich sind die Temperaturen gestiegen, der endlose Januar zu Ende und die geplanten Sommerferien in Reichweite. Wer die warmen Temperaturen bei einem spannenden Buch geniessen möchte, dem sei Marc Elsbergs Thriller Blackout empfohlen.

Die Geschichte beginnt an einem trüben Wintertag in Mailand, mit einem Verkehrsunfall. Ein Stromausfall bringt sämtliche Ampeln der Stadt zum erliegen, und der italienische Verkehr tut den Rest. Stromausfälle sind nichts ganz und gar ungewöhnliches, doch dieser will nicht aufhören. Der Protagonist der Geschichte, der alternde Hacker Piero Manzano, findet Anzeichen für einen gezielten Angriff.

So spannend die Geschichte ist (ist sie wirklich), eindrücklicher ist der Beschrieb der Katastrophe die über Europa hereinbricht. Elsberg beschreibt, ohne jemals offensichtlich zu übertreiben, wie gewohntes langsam verschwindet, und eine neue Normalität sich breit macht. Es sind die kleinen Dinge, an die niemand denkt, die den Unterschied machen. Wem kommt schon in den Sinn, dass Kühe sterben wenn es keinen Strom gibt? (Sie sterben weil sie nicht mehr gemolken werden können.) Wie riecht es in einer Stadt, in der keine Toiletten gespült werden? Was passiert mit Leuten die In Pflegeheimen leben? Wie reagieren die Politiker und Entscheidungsträger?

Elsberg malt ein düsteres Bild in dem zehn Tage wie eine Ewigkeit scheinen. Er beschreibt jedoch keine Apokalypse, wie sie in Hollywood beliebt und sich in den Köpfen der Leute festgesetzt hat. Diese ist Fiktion, wie beispielsweise Jonathan Katz in seinem Artikel “Learning to Look for Resilience” beobachtet.

Zurück bleibt trotzdem das Gefühl in einer verwundbaren Welt zu leben. Es braucht wenig, um unsere gewohnte Normalität zu zerstören. Dies zu ändern ist schwierig. Aber es hilft, sich diese Tatsache im Bewusstsein zu halten, und damit den Sommer etwas mehr zu geniessen.

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